Rundbrief 2017

Jahresrückblick 2017

 

Liebe Freundinnen und Freunde, LeserInnen meiner Rundmails,

 

Wieder geht ein Jahr zu Ende, Zeit für einen Rückblick und Ausblick auf ein neues, Zeit Erfahrungen und Gedanken zu teilen, Zeit allen zu danken die Wohnung, Essen, Wünsche, Träume, Kämpfe mitgetragen, geteilt haben.

 

2017 war ein Jahr voller schlimmer Ereignisse. Naturkatastrophen (zum Teil als Antwort auf Mensch gemachte Ausbeutung) wie Stürme, Erdbeben, Fluten, Waldbrände und Dürren. Kriege als Konsequenz machtgieriger und sich bereichernder Menschen. Wenige profitieren, viele leiden.

 

Trotz alledem lebt die Hoffnung auf eine bessere und friedliche Welt. Mir selbst gibt es Kraft wenn ich mit dem Fahrrad Radwege an Flüssen oder durch Wälder und Felder entdecke, spüre Mutter Erde lebt. Lebenskraft in jedem Baum im Gras im Wasser… die Tiere… Mir gibt es auch immer wieder Kraft mit Menschen gemeinsam zu arbeiten, sei es gegen Krieg und Ungerechtigkeiten, für Umweltschutz oder einfach einen menschlich freundlichen Umgang miteinander zu spüren.

 

Das Jahr begann für mich als Teil des „Civil march for Aleppo“, ein Friedensmarsch gegen den Krieg in Syrien, in erster Linie für den Respekt der Zivilbevölkerung. Tausende haben sich an dem Marsch beteiligt, wenn auch viele, so wie ich nur wenige Tage dabei waren. Mehr dazu findet ihr über Facebook „Civil march for Aleppo“.

 

Die nächste größere politische Aktivität war Teil der Demonstrationsbeobachtung bei den Protesten gegen das Treffen der Staatsoberhäupter der g20 Länder in Hamburg. Auch hierzu könnt ihr euch im internet informieren, bzw. http://www.grundrechtekomitee.de. In meinem Sommerrundbrief hatte ich genaueres geschrieben.

 

Andere soziale, vor allem ökologische Kämpfe in Deutschland habe ich bisher nur über Internet unterstützt, wie z.b. Proteste und Alternativgipfel zur Klimakonferenz in Bonn oder den Widerstand gegen Kohleabbau, den Schutz der Bäume im Hambacher Forst. Ich freue mich aber sehr darüber das RWE im Moment nicht weiter abholzen darf, aufgrund einer Klage des BUND und geduldigem Widerstand vieler Menschen. Mehr dazu https://www.ende-gelaende.org.

Meinen persönlichen Beitrag zu einer besseren Welt sehe ich im Moment vor allem in der Arbeit mit Kindern. Aber auch wenn ich Geld spende, was mir dadurch möglich ist das ich als Referentin für globales lernen von verschiedenen Organisationen Honorare bekommen kann. Den politischen Aktivismus zur Bildungsarbeit. Das große Ziel bleibt gleich, die Methoden und kleinen direkten Zielsetzungen sind unterschiedlich. Wichtig mit ganzem Herzen dabei zu sein, Spass an der Arbeit zu haben, gesund zu sein und weiter zu lernen. So kann ich ehrlich sagen, persönlich geht es mir super gut.

 

An vielen Wochenenden gestaltete ich ein Kinderprogramm mit Puppentheater zu sozialen Themen, Puppen basteln, Piniata... auf ökologischen Messen oder in Camps in denen sich Erwachsene austauschen und organisieren. Darunter Heldenmarkt und Veginale, BUKO Move-utopia, Weltladentreffen, interkulturelle Festivals mit Geflüchteten und MigrantInnen, Strassenfeste, Pfingstfestival, Kirchentag, kulturelle Landparty, unterwegs mit der tour de natur…

 

In diesem Jahr hatte ich wieder einige Ferienprogramme. In Berlin im botanischen Museum konnte ich mit Kindern eigene Stücke ausarbeiten, die wir den Eltern vorführten. Bei der Freizeit an der Nordsee für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder spielte ich jeden Tag ein anderes Stück, dann Puppen basteln, Freundschaftsbändchen und Piniata. Es waren Frauen dabei die selbst politisch aktiv sind, dadurch Interesse und Austausch miteinander und gleichzeitig schöner Strandurlaub.

 

Andere Wochenenden sind es Treffen mit Gruppen in denen ich mitarbeite bei pbi, carea, ya basta Netz, Brot für die Welt…

 

Gerne nehme ich selber teil an Fortbildungen teil. Besonders interessant „chat der Welten“, https://www.engagement-global.de/chat-der-welten.html

 

da es die Möglichkeit bietet globales Lernen im globalen Norden und Süden miteinander zu verknüpfen. Nun bin ich auf der Suche nach mindestens einer Schulklasse in Deutschland die mitmacht, ab 5. Klasse aufwärts.

 

Oft konnte ich in Schulen oder Kitas arbeiten. Obwohl ich unterschiedliche Themen und Methoden für alle Altersgruppen habe, werde ich überwiegend in Grundschulen und Kindergärten eingeladen. Die Methoden Puppentheater und Handpuppenbau sind bei Kindern sehr beliebt. Darüber lassen sich Themen globaler Ungerechtigkeiten, aber vor allem der Friedensarbeit im täglichen Umgang miteinander gut vermitteln. Und ganz wichtig Frieden lernen muss Spass machen. Eine Lehrerin sagte mal: „Nur wer selber brennt kann zündeln“.

Besonders spannend finde ich auch den Austausch mit KollegInnen, Hospitation bei BtE oder gemeinsam arbeiten bei pbi und Saebit, und die Brebit bietet ein besonderes Programm der kollegialen Hospitation.

 

Öffentliche Abendveranstaltungen mit Vorträgen oder Filmen mache ich selten, aber sehr gerne. Manchmal gehe ich selbst zu solchen Veranstaltungen, insbesondere wenn AktivistInnen aus Lateinamerika kommen. Zum inhaltlichen update der Lage in den Ländern kommt dann noch das Wiedersehen, die Erinnerung an gemeinsame Zeiten. Dabei wird mir immer wieder klar das ich nun schon über 3 Jahre nicht mehr in diesen Ländern gewesen bin, mein Herz und Kopf aber weiter verbunden bleibt. Vor allem aber fragen mich Leute von dort wann ich denn endlich wieder käme.

 

Ich habe mich schon 2x erfolglos auf Arbeitsstellen in Mexiko und Guatemala beworben, aber eigentlich müsste ich meine Stelle selbst basteln. Die Idee wären 3 Schwerpunkte: Puppentheater zur Friedensarbeit mit Kindern, MultiplikatorInnenausbildung und Vernetzung von Projekten sozialer Arbeit mit Kindern. Weis nur nicht wer so eine Arbeitsstelle finanziert. Daher plane ich Ende 2018 für 3 – 4 Monate auf eigene Kosten durch Mexiko und Mittelamerika zu touren, mit der Puppenbühne Kinderprojekte zu unterstützen. Ausserdem wird es Zeit mein Wissen und Erfahrungen zu aktualisieren.Vermutlich schicke ich euch im Sommer einen Spendenaufruf zur Unterstützung der Idee.

 

In Chiapas, Mexico, erschreckend passend zum 20. Jahrestag des Massakers von Acteal sind in der selben Region wieder tausende indigene Tsotsiles auf der Flucht vor Paramilitärs.

 

In Honduras gab es Wahlen mit offensichtlichem Wahlbetrug. Viele Menschen protestieren, werden von Polizei und Militär angergriffen, zum Teil sogar ermordet.

 

In El Salvador sind immer mehr Menschen in Projekten die ich kennen von Gewalt durch Jugendbanden betroffen.

 

Es gibt aber auch Hoffnung wenn in Mexico indigene Organisationen eine Präsidentschaftskandidatin aufstellen um soziale Kämpfe zu stärken. Oder wenn sich Menschen in Honduras gegen den Wahlbetrug wehren, politisch, vor Gerichten und mit solidarischer internationaler Unterstützung. Wenn Menschen in vielen Ländern Lateinamerikas und anderswo die Mutter Erde schützen, ihren Lebensraum verteidigen, sich zusammen schliessen Alternativen zum Kapitalismus entwickeln, für eine Welt wo alle Platz haben. Mutter Erde hat genug für die Bedürfnisse aller, aber nicht für jeden Wunsch, oder gar jede Gier.

 

Ich wünsche euch allen eine gesunde friedliche fröhliche Weihnachtszeit und guten Start ins neue Jahr 2018. Wie immer freue ich mich über Einladungen.

 

Liebe Grüße

Heike

 

www.heike-kammer.jimdo.com

 

Wer keine weiteren Rundbriefe von mir möchte gibt bitte Bescheid.

 

Wer sie teilen möchte, bitte auch.

 

Rundbrief Juli 2017

Liebe Freundinnen und Freunde, LeserInnen meiner Rundmails

 

Ich habe schon lange keine Rundmail mehr geschrieben und treffe manchmal Leute die meine Rundmails erhalten, gelesen haben… und da ich das an paar Hundert Leute schicke kann ich gar nicht mehr jede mailadresse zu einer Person zuordnen. Aber gut, ihr habt mich dran erinnert mal wieder zu schreiben.

 

Mein Leben, meine Gedanken und Gefühle, meine Arbeit und die politische und soziale Entwicklung auf unserer Erde, die Aktivitäten rund um mich herum, all das will und kann ich nicht voneinander trennen.

 

Es geht mir sehr gut, habe das Gefühl meinen Platz immer wieder zu finden, auch wenn ich so einiges zu meckern habe. Manchmal würde ich mich sogar zerteilen, gleichzeitig in Kinderprojekten in Mittelamerika sein, im pbi Projekt Honduras wo gerade dringend Leute gebraucht werden… und aber auch hier in Deutschland wo ich mich freue viele Veranstaltungen mitzugestalten. Da mich vieles stört am Weltgeschehen müsste ich an sooo vielen Stellen was verändern. Ich danke hier schon mal allen die da was tun… egal an welcher Ecke der Welt.

Früher kannten mich viele Leute mit den selbst gebastelten Schmuck aus Lateinamerika, ich mache das weiter, aber immer seltener da es schwierig ist etwas zu verkaufen. Es gab mal Zeiten da konnten wir viel davon verkaufen und damit Projekte finanzieren und soziale Organisationen unterstützen.

 

Heute kennen mich die meisten mit „Rositas Puppenbühne“ Puppenspiel Friedenstheater aus Mexiko. Ich liebe meine Figuren, ganz besonders den Hasen Rodolfo, weil ihn derweil auch viele Kinder sehr lieben und sich freuen ihn wieder zu sehen. Das Puppentheater gibt mir die Möglichkeit überall etwas für Kinder anzubieten. Auf politischen Kongressen und Festivals wollen manchmal auch Eltern teilnehmen. Dann sind sie froh wenn es Kinderbetreuung gibt und die Kinder und KinderbetreuerInnen freuen sich über das Puppentheater. Weiterhin hab ich dann Themen des globalen Lernens, Frieden, Umwelt… und oftmals lässt es sich über Organisationen finanzieren die globales Lernen unterstützen.

 

Ein großer Dank insbesondere an Bildung trifft Entwicklung und die Europäische Akademie NRW die mir viele Veranstaltungen finanzieren, oder teilweise finanzieren. Wenn Veranstalter etwas mehr Geld haben, dann mache ich es mit dem Bildungsprojekt von peace brigades international, pbi, www.pbi-deutschland.de

 

liegt mir weiterhin sehr am Herzen. Ihr könnt pbi auch mit Spenden unterstützen, wird echt gebraucht.

 

Unter der Woche Schulen und Kitas bereichern, an Wochenenden dann spezielle Veranstaltungen.

 

So kam ich in diesem Jahr auf einige Ökomessen wie Heldenmärkte, Ökoventa und Vegginale. Ein politisches Pfingstfestival in Gelsenkirchen, den BUKO mit move utopia Festival an der Müritz mit echt liebevoll gestaltetem Kindercamp. Spannend auch internationale Feste mit Unterkünften von Geflüchteten im Erzgebirge, Brandenburg und Essen. Strassenfeste in Hamburg und Sachsen, Sommercamp in Thüringen, Friedensstadt Tübingen, beim Kirchentag in Erfurt, im Botanik Museum in Berlin, in Unterkünften für Geflüchtete, in einer Jurte und in der Sylvester Nacht beim civil march for Aleppo.

 

Zusätzlich zum Puppentheater auch immer häufiger Puppenbau aus Socken. Diese sind auch sehr gut für Kinder zum deutsch lernen. Hier ein schöner Zeitungsartikel:

http://holmbrook.de/mitgestalten-heisst-das-zauberwort-puppentheater-am-holmbrook-war-ein-voller-erfolg/

 

Weiterhin lasse ich mich gerne einladen über meine Erfahrungen in Lateinamerika zu sprechen, sei es Vortrag zur Arbeit der pbi oder zu Erfahrungen mit Puppentheater in Kinderprojekten. Oder auch mit Filmen in denen die Menschen selbst zu Wort kommen, die in ihrem Land für Frieden, Umwelt und Menschenrechte kämpfen. Besonders hier zu empfehlen „chocolate de paz“ über die Friedensgemeinde San Jose de Apartado in Kolumbien. Könnt ihr über pbi mit ReferentIn und deutschen Untetertiteln bestellen. Hier der trailer dazu. https://vimeo.com/167415655

 

Hier findet ihr einiges an Bildungsangeboten: https://pbideutschland.de/menschenrechtsbildung-das-pbi-bildungsprojekt

 

Ein anderes Bildungsangebot was ich gerne mache, aber auch von anderen angeboten wird in das Weltverteilungsspiel

 

 

http://www.bildung-trifft-entwicklung.de

 

Hier in Tübingen, bei Kundgebung Friedensstadt: Friedensketten symbolisieren die Bevölkerung, Pappgeld die Einkommen. Es lassen sich globale Ungerechtigkeiten spielerisch entdecken. Diskussionen oder Bildungsveranstaltungen drauf aufbauen.

 

Eine ganz besondere Erfahrung in diesem Jahr, Hamburg während des g20 Gipfels. Ich war eine von 43 DemobeobachterInnen, akredidiert vom Grundrechtekomitee. http://www.grundrechtekomitee.de/

 

Sicher habt ihr entweder selbst was erlebt oder in Medien verfolgt. Mich und viele andere die dabei waren hat die offizielle Berichterstattung in den Medien sehr geärgert. Dagegen wird in den sozialen und alternativen Medien viel diskutiert. Mein Fazit wäre: Es gab viele friedliche und kreative Proteste, interessante Diskussionen und Solidaritätsgipfel zum Austausch über Auswirkungen der Politik von Ausbeutung an Menschen und Natur, von Kriegen… die von den selben Leuten betrieben wird die im g20 sitzen und dagegen soziale Kämpfe um Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit weltweit…

 

Viele der friedlichen Proteste wurden mit Polizeigewalt angegriffen… Als die Polizei entgegen richterlicher Beschlüsse angereiste g20 GegnerInnen in den camps am Schlafen und Essen hinderte gab es ganz viel Solidarität in der Hamburger Bevölkerung, von Kirchenasyl, über Essensverteilung bis zur Öffnung des Schauspielhauses.

 

Die nächtliche Verwüstung im Schanzenviertel dominierte anschliessend die mediale Berichterstattung und auch die Gespräche untereinander in sozialen Medien. Ich weis nicht wer die Täter waren, klar aber ist wem sie schaden und wem sie nützen. Lest mal diesen Artikel http://www.sueddeutsche.de/politik/prantls-blick-grundrechte-sind-kein-abstrakter-kokolores-1.3580097

 

Nun bin ich schon über 11 Jahre auf Tour mit Puppentheater und globales Lernen. Seit 3 Jahren fast nur Deutschland. Immer wieder fragen mich Leute wann ich wieder nach Lateinamerika reise und noch mehr fragen mich FreundInnen dort wann ich zurück komme. Ich denke ja, ich muss mal wieder rüber… aber nicht ne kurze Reise… lieber wieder richtig, mindestens ein Jahr…

 

Ehrlich gesagt genieße ich aber auch diese (noch) recht friedliche Ruhe hier und ein immer weiter knüpfendes Netz von Freundschaften.

Und die politische Arbeit ist überall wichtig, das hat uns Hamburg gerade gezeigt.

 

Heike Milanomi Kammer

 

 

Heikes Rundbrief Jahresende 2015

Liebe Freundinnen Freunde

 

Das Jahr 2015 geht bald zu Ende.

Für mich war es persönlich ein sehr schönes Jahr. Ich bin kreuz und quer durch Deutschland gereist, meistens mit Bahn und/oder Fahrrad. Hatte viel interessante Arbeit. Mit Rositas Puppenbühne konnte ich Kindern Freude machen FreundInnen besuchen und neue Freundschaften schließen.

 

Mein neues Stück: „Die Hexe und das gute Leben“ passt auf 2 bis 6 Schulstunden, Grundschule. Daran lassen sich unterschiedliche Themen reflektieren, aus aktuellem Anlass passt es gut zum Thema Umgang mit Flüchtlingen und auch auf Fluchtursachen hinzuweisen, denn diese haben auch mit unserem Lebensstil zu tun, so das kleine Schritte zu Veränderung auch für Kinder möglich sind.

 

Lange dran gearbeitet, aber nur einmal aufgeführt ein Stück/Performance gegen Waffenexporte am Beispiel Mexiko. Es passte gut in die Veranstaltung „Für Menschenrechte und gegen gewaltsames verschwinden lassen“, welche von der Mexiko Initiative im Allerweltshaus in Köln, stattfand. Ich würde es gerne wieder aufführen, je nach Anlass auch etwas verändern.

 

Vielleicht gelingt es im nächsten Jahr auch einen Projekttag für Schulen anzubieten zum Thema: „Rüstungsexporte und Fluchtursachen.

 

Der größte Teil meiner Arbeit aber ist weiterhin mit Kindern. In diesem Jahr hatte ich auch einige Projektwochen in Schulen, Vorschule und Ferienprogrammen. Die Kinder lieben es aus alten Socken und anderen Dingen ihre eigenen Handpuppen zu basteln und selbst Theater zu spielen.

 

Die alten Stücke „Der Hase im Mond“ und „Die Karotte der Freundschaft“ sind immer wieder passend aktuell für Schulen und Kindergruppen, weil sie am besten an den Alltag der Kinder anknüpfen

 

Wie manch andere Leute, mache ich mir große Sorgen um die Welt. In Paris der Weltklimagipfel, während die Zerstörung der Umwelt draußen weiter geht. Das schlimmste an allem die Kriege. Die einzigen Gewinner die Waffenindustrien. Die Verlierer alle Völker der Welt und die ganze Mutter Erde. Ich verstehe nicht wie die Mehrheit der PolitikerInnen immer mehr Kriegseinsätze beschließen.

2015 ein Jahr der Krisen:

 

Finanzkrise: Banken erpressen Griechenland mit Komplizenschaft der deutschen Regierung…

 

Flüchtlingskrise: Immer mehr Menschen sind auf der Flucht. Flucht vor Klimawandel, einer ungerechten Weltwirtschaft, Gewalt und Krieg. Flüchtlingen helfen ist wichtig, aber bitte nicht bis zum burn out und vor allem nicht die Fluchtursachen vergessen...

 

Klimakrise: in Paris beschließen Regierungen die Klimaerwärmung einzuschränken, aber ist es im Kapitalismus möglich, die Ausbeutung von Mutter Erde, und damit die Umweltzerstörung zu stoppen?

Wie begegnen wir als denkende Menschen all diesen Krisen? Mich wundert, wie leicht wir in die Kriege hinein geraten. Wie wenig Proteste gegen die Entscheidungen der Regierungen, Waffenexporte und sogar den Einsatz von Soldaten.

 

Nur wenn KlimaaktivistInnen, FlüchtlingshelferInnen und Friedensbewegung gemeinsam kämpfen kann es uns gelingen ein „Buen vivir, ein gutes Leben für alle“ zu erreichen. Und dazu brauchen wir die Beteiligung von noch viel mehr Menschen. Auch unsere Bildungsarbeit, „Menschenrechte leben und lernen“ und „globales Lernen“ soll dazu beitragen.

Ich bedanke mich bei euch für das lesen meiner Rundmail, bin offen für Anmerkungen, auch Widersprüche, freue mich über Einladungen.

 

Ich wünsche uns ein schönes friedliches gesundes Weihnachtsfest und Hoffnung und Kraft ins neue Jahr.

 

Wer die Rundmails nicht will gebe bitte Bescheid.

 

Wer sie weiter verbreiten möchte, bitte auch.

 

Liebe Grüße

Heike

Rundbrief zum Jahreswechsel 2012

Rundbrief Weihnachten und Jahresende 2011
Liebe Freundinnen und Freunde

Diesen Winter werde ich mal wieder miterleben, denn ich kann ja nicht jedes Jahr weg fliegen. Die Kosten für Flüge sind hoch, höher als was wir dafür bezahlen. Damit meine ich unseren ökologischen Fußabdruck, also das was wir persönlich mit unserem Verhalten, Mutter Erde antun. Andererseits ist das Fliegen eben auch mal sinnvoll um positiv etwas zu bewirken.
In diesem Jahr habe ich mich wieder im globalen und sozialen lernen engagiert. Darin gibt es immer wieder neue Herausforderungen, zu Ökologie, zum fairen Handel, gegen Gewalt und für Frieden und Menschenrechte.
Ich blicke zurück auf ein Jahr, das für mich in Oaxaca, Mexiko begann, dann weiter nach Süden, Chiapas, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nikaragua. Wer die Rundbriefe aus dieser Zeit nicht hat kann sie auf meiner Webseite nachlesen.
Dann Deutschland, Schulveranstaltungen zum Friedenslauf in Berlin, Kitas, Schulen… ein paar öffentliche Vorstellungen, Puppentheater, Workshops, Vorträge… neue Themen erarbeiten… neue Erfahrungen… lässt sich nicht leicht in Worte zusammen fassen. Und immer wieder die Frage was bewirkt diese Arbeit. Ich habe ein gutes Leben, aber so ganz reicht mir das nicht angesichts krasser Ungerechtigkeiten weltweit.
Meine Schwester schreibt aus Schottland... „ während nur 10% der jungen Leute eine Arbeit bekommen, müssen andere jetzt bis zum Alter von 70 arbeiten… Kapitalismus bricht nun zusammen, aber was kommt dann? Sie arbeitet mit Kindern die sich auch nicht so anpassen.
Meine andere Schwester ist gerade in Indien unterwegs. Sie war so an genervt von Berlin, viel Arbeit, aber so wenig Bezahlung das es schwer war die Miete für eine kleine Wohnung zu bezahlen. Und eigentlich suchen wir ja auch ein bisschen Glück und nicht nur Überleben. Eine meiner Cousinen lebt nun auf Krankenkasse nachdem sie viele Lebensjahre schwer geschuftet und jedes Wewechen weggesteckt hat. Und bei all dem gehören wir zu den Privilegierten der Welt.
Ich meine wenn ich so an die MigrantInnen denke die aus Not ihre Länder verlassen… Aus Mittelamerika ziehen sie täglich los Richtung USA. In Mexiko werden sie überfallen, entführt, erpresst, vergewaltigt, ausgebeutet…
Da fühle ich mich echt privilegiert dieses Recht zu haben in einem Wohlstandsland wie Deutschland zu leben. Ich glaube aber Mutter Erde möchte all ihre Kinder satt machen und das wäre auch möglich. Satt werden sollte nicht ein Privileg sein, auch in Würde leben sollte für alle möglich sein.
Manchmal frage ich mich, darf ich mein persönliches Glück genießen, hab ich das verdient? Oder bedeutet es einfach eine Chance und Möglichkeit aus diesem Glück heraus etwas abzugeben und für Gerechtigkeit arbeiten und kämpfen.
Die schwierige Frage ist wie. Ein Schüler fragte nach einem Vortrag über die pbi Arbeit ob ich denke mehr für Mexiko zu tun wenn ich dort bin oder hier. Ich konnte nicht eindeutig antworten und sagte beides sei wichtig und ich habe die Möglichkeit beides zu tun. Er hat genau verstanden worum es mir geht.
Hoffnung erkenne ich in all den Menschen die anderen helfen, sich solidarisieren, sei es in Mexiko oder USA den MigrantInnen Schutz, Essen oder Wasser zu geben, sei es Kranke zu heilen, einen Dienst in einem Zapatistadorf zu leisten, Gemeinden unterstützen, Alternativen zum Kapitalismus aufbauen oder auch Rüstungsexporte stoppen oder Atommülltransporte behindern.
2011 feierten wir mit pbi unser 30 jähriges Jubiläum. Wir freuen uns in 30 Jahren Friedens- und Menschenrechtsarbeit in gefährlichen Konfliktgebieten keine Todesopfer unter uns beklagen zu müssen. Viele, von uns begleitete MenschenrechtsverteidigerInnen wagen ihren Einsatz mit unserem Schutz. Das kostet alles auch Geld. Wenn wer von Euch noch nicht genervt ist über all die weihnachtlichen Spendenaufrufe, pbi unterstützen will und Geld hat, dann freuen wir uns über eure Spende.

In der Bildungsarbeit, globales lernen wird 2012 das Thema Ernährung ein Schwerpunkt sein. Und weil es mich eh beschäftigt versuche ich mich da noch fortzubilden um gerade den Kampf um das Menschenrecht auf Nahrung bekannter zu machen und Unterstützung zu suchen.
Und zum Schluss nochmal ganz vielen Dank an alle die mich unterstützt haben, durch Einladungen zu Veranstaltungen, Übernachtungen, Essen, Freundschaft, Solidarität, reden und zuhören…
Gerne lasse ich mich wieder einladen.

Frohe Weihnachten
Kommt gut ins neue Jahr,

Heike
Milanomi

Zum weiterlesen
www.heike-kammer.jimdo.com
www.pbi-deutschland.de

zum spenden
peace brigades international (pbi) - Deutscher Zweig e. V.
Spendenkonto Nr. 200 105 | Sparkasse Neuwied | BLZ 574 501 20  

Sommerrundmail 2011

Liebe Freundinnen und Freunde, LeserInnen meiner Rundbriefe, August 2011

 

Vor 4 Monaten verschickte ich meinen letzten Rundbrief. Darin konntet ihr von meiner Puppenspieltour durch Mittelamerika lesen. Ausführlicher und mit Bildern sind die Berichte auf meiner Webseite: www. heike-kammer.jimdo.com

 

Seitdem sind weitere 4 intensive Monate in Deutschland vergangen. Es waren wesentlich weniger Theateraufführungen als in Mittelamerika und auch sehr viel kleinere Gruppen.

Dafür gab es aber auch einige schwierige Herausforderungen im Bereich „Frieden lernen“. Oft denke ich „die Puppenbühne ist ein super Werkzeug“ aber noch viel zu wenig.

Die Geschichten über Streit und Freundschaft begeistern Kinder so von 3 bis 8 oder 9 Jahren.

In Berlin machte ich Schulveranstaltungen in Vorbereitung zum Friedenslauf. Oft hatte ich 10 bis 12 jährige Kinder, welche sehr unterschiedlich zu motivieren waren. Die Unterrichtseinheiten sind 90 Minuten, ein Teil sind Übungen zur Reflexion von Konfliktverhalten, ein Teil Puppentheater und ein Teil Info zum Friedensprojekt in Mazedonien, welches ich nicht kenne, das aber durch den Friedenslauf unterstützt wird. Als wir uns dann mit den Kindern auf dem Friedenslauf wieder sahen wurden die Hasen Rodolfo und Mateo und ich von ganz vielen Kindern begrüßt. Über 1200 Kinder beteiligten sich am Friedenslauf, ein tolles Erlebnis. Im Vergleich zu früher beteiligten sich mehr Schulen aus sozialen Brennpunkten. Das soziale Lernen mit Schulprogramm und Friedenslauf nehmen die LehrerInnen hier besonders gerne an. Die Verbindung, im Unterricht zum Frieden zu arbeiten, anderen davon zu erzählen um Unterstützung zu bekommen und dann an einer Veranstaltung wie Friedenslauf mitzumachen finde ich echt gut.

Eine andere Herausforderung war es im Kindergarten etwas zum fairen Handel anzubieten, mit dem Theaterstück „Kuckuck flieg um die Welt“. Die kleinen Kinder waren begeistert aber verstanden das Thema fairer Handel nicht wirklich. Vielleicht reicht es aber das sie mal eine Idee davon bekamen, wie andere Menschen leben und arbeiten, damit es in Deutschland Schokolade gibt.

Besonders spannend war wieder die Kinderkreativwoche, die wir mit 2 weiteren pädagogisch erfahrenen Freundinnen jetzt jedes Jahr anbieten. Das Ergebnis „Clown Immerfroh hat Geburtstag“ ein Stück über Gefühle. Gefühle sind sehr sehr wichtig im Bereich der Friedensarbeit und da hab ich noch total viel zu lernen. Die 2 Theaterstücke von Kindern aus El Salvador, mit Lucy und Panchito, sind dabei besonders interessant. Sie beinhalten sehr viel verbale Gewalt, verletzen das Herz und finden doch immer eine friedliche Lösung, mit Hilfe des Publikums. Auch eine Verbindung von Kindern Mittelamerikas mit Kindern in Deutschland.

 

Beim Kirchentag in Dresden waren wir auch mit der Puppenbühne dabei, im Songfestival und Pfingstcamp im ZEGG in Belzig, dann in Tübingen bei den Jugendkulturtagen. Im Rahmen der ISWI (Internationale StudentInnenwoche) in Ilmenau leitete ich einen workshop zu „Pädagogik zur Befreiung“. Beim Friedensfestival in Berlin hatten wir mit dem Wetter zu kämpfen, der Sturm wehte uns Zelte und Marktstände um, es regnete, das Festival wurde abgebrochen und es ging dann doch weiter mit Reden und Musik auf der Bühne, wenigen Infoständen und ich hatte meinen Stand zum Stabpuppen basteln und Puppentheater im der stabileren Jurte die danach zum Lagerraum wurde.

In der Tübinger Friedenswoche hielt ich einen Vortrag über meine Erfahrungen, mitgebrachtes Lernen aus Lateinamerika in Deutschland einzusetzen. „Zurück in den deutschen Alltag – Friedenserfahrungen aus Lateinamerika“. Eigentlich eine gute Idee, mal den Schwerpunkt eines Vortrags darauf zu lenken wie das ist wieder nach Deutschland zu kommen. Schwierigkeiten, Hilfen und all das Mitgebrachte... Da ich länger in Tübingen war, fand ich neue Freundschaften, nahm an vielen Veranstaltungen der Friedenswoche teil, die Wagenburg die trotz vieler Räumungen besteht, die alten Leute die konsequent jeden Freitag Mahnwache halten und jetzt Unterschriften sammeln gegen Waffenhandel. Übrigens ist Deutschland weltweit an dritter Stelle und Europameister im Waffenexport. Aktionsvorschlag schaut mal im Internet

www.aufschrei-waffenhandel.de

In Stuttgart lernte ich endlich life den Widerstand gegen den Bau des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 kennen. Für viel Geld soll da der Bahnhof unter die Erde gelegt werden. Schon lang gibt es Proteste und auch ein Widerstandscamp. Wer im Stuttgarter Bahnhof umsteigt kann da mal rausgehen und sich informieren. Es erinnert mich sowohl an den Widerstand gegen Atomwaffenlager in Mutlangen, als auch in Mexiko gegen Flughafen- und Staudammbau.

Ich traf einen Flüchtling aus Afghanistan der so viel Erlebnisse aus dem Krieg erzählte, das mir nochmal klarer wurde das dies aufhören muss und ich nur jedem jungen Mann in Deutschland raten kann sich nicht von der Bundeswehr anlocken zu lassen.

 

Im vorigen Jahr hatte pbi begonnen Menschenrechtsworkshops für KonfirmandInnen in Schleswig Holstein anzubieten. Schon 2010 war für mich das Konficamp an der Ostsee das Highlight dieser Arbeit. Da leben und arbeiten ca 150 bis 200 Leute für eine Woche zusammen und üben Gemeinschaft und Respekt füreinander. Die PastorInnen verstehen es gut meine workshops zu Menschenrechten in ihre Arbeit, das Zusammenleben im Camp und Abendandachten zu integrieren. Und an der Ostsee ist es einfach wunderschön.

Die größte Herausforderung war nun eine Projektwoche Friedensarbeit mit Puppentheater, im Ferienprogramm mit Hortkindern. Wir wussten nicht mit den Wutausbrüchen und Prügeleien einiger Kinder umzugehen. Ehrlich gesagt LehrerInnen und ErzieherInnen haben da auch riesig große Aufgaben in der Friedensarbeit und sollten mehr Anerkennung bekommen. Für mich und eine pbi Kollegin mit mir war das eine große Lernerfahrung.

 

Nun hab ich all das aufgeschrieben was als besonders tolles oder schwieriges Erlebnis in meinem Kopf geblieben ist. Dazu kommen zahlreiche Puppenspiel Aufführungen in Kitas und Grundschulen, gelegentlich mal workshops oder Vorträge, die fast immer sehr viel Begeisterung hervorrufen. Bei Schulfesten kombinieren wir oft mit Bastelangebot, Stabpuppen, Sockenpuppen Recycling basteln. Bei Kindergartenfesten ist die Puppenbühne ein Highlight.

Es gab auch wieder Fortbildungen Workshops Puppentheater zu lernen, öffentlich und für Leute die im Ausland ein soziales Jahr, meistens in Kinderprojekten machen werden.

Und dann sind da noch Veranstaltungen von Gästen aus Lateinamerika, die ich begleiten und übersetzen darf. Besonders beeindruckte mich Abel Barrera, von pbi begleiteter Menschenrechtsverteidiger aus Mexiko, der dieses Jahr den Menschenrechtspreis von Amnesty International verliehen bekam. Oder auch mal einen Rapmusiker aus Guatemala.

 

Oft fragen mich Leute wie lange ich noch in Deutschland sein werde. Ich weis es nicht. Ich wünsche mir einfach hier viel zu arbeiten, und dabei viel zu lernen, mir fehlen noch viele psychologische und pädagogische Elemente in der Friedensarbeit. Erfahrungen, wobei ein bischen konkrete Fortbildung oder Beratung auch sinnvoll wäre. Und dann wünsche ich mir wieder nach Mittelamerika zu gehen, das hier gelernte mitzubringen. Wann das sein kann weis ich nicht.

Im Moment freue ich mich einfach auch über den Sommer hier, neue Freundschaften zu schließen und alte zu vertiefen und versuche möglichst viel mit dem Rad unterwegs zu sein.

 

Ich habe wieder einige Leute neu in die Liste aufgenommen. Wer keine Rundbriefe von mir bekommen mag, gib mir bitte Bescheid.

Ansonsten freue ich mich über Rückmeldungen und besonders über Einladungen für all meine Veranstaltungen.

Und wünsche euch einen schönen Sommer.

 

Milanomi

Heike Kammer